Domaine Henri Gouges

Die Domaine Henri Gouges liegt im malerischen Städtchen Nuits Saint Georges an der Côte de Nuits im Burgund. Es ist eines der zahlreichen Weingüter im Burgund, die über die letzten Jahre einen grossen Wandel durchgemacht haben.

Gouges‘ Weine waren früher relativ hart und unnahbar, zeigten sich teilweise fast etwas grobschlächtig und konnten in Verkostungen, wenn überhaupt, erst nach einem Jahrzehnt Lagerung überzeugen.

Dies hat sich in den letzten Jahren, seit Grégory Gouges das Zepter übernommen hat, drastisch geändert. Die Weine weisen heute eine viel feinere, präzisere Struktur auf und verfügen über einen unverkennbaren Terroir-Charakter.

Verbesserte Vinifikation.

Für einmal geschahen die wichtigsten Veränderungen bei der Domaine Henri Gouges nicht im Rebberg, sondern bei der Vinifikation, welche seit der Eröffnung der neuen Kelleranlagen im Jahr 2007 signifikant verbessert worden ist.

Der Wein wird neuerdings nicht mehr umgepumpt sondern mittels Schwerkraft bewegt. Die deutlich schonendere Arbeit im Keller garantiert ein Maximum an Frucht und hält die „tannins grossiers“ in Grenzen, das sind diese sehr markanten Tannine, welche früher für das typische Merkmal der Nuits Saint Georges Weine gehalten wurden.

Gouges setzt heute mit der verbesserten Kellerarbeit deutlich mehr auf Finesse und „Souplesse“ und hat gelernt, dass diese Charaktereigenschaften nicht im Widerspruch zu einer soliden Struktur stehen müssen. Nach wie vor setzt Gouges relativ wenig Neuholz ein, bei den meisten Weinen lediglich 15-20%.

Lagen und Reben.

Die Domaine Henri Gouges besitzt Parzellen in sechs 1er Cru Lagen wovon fünf südlich der Stadt Nuits Saint Georges liegen und eine, Les Chaignots, nördlich davon. Schon Grégory’s Vater Pierre Gouges hat das System der Begrünung zwischen den Rebzeilen eingeführt. Das schützt die Böden vor Erosion und hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Gräser überschüssiges Wasser aufnehmen, was wiederum einen positiven Effekt auf die Trauben-Qualität hat: die Trauben sind kleiner und hängen lockerbeeriger, was sie weniger empfindlich gegen Fäulnis macht.

Die Nachfolgende Karte zeigt die sechs Nuits Saint Georges Lagen von Gouges (Quelle: https://www.bourgogne-wines.com ):

Carte Nuits-St-Georges Burgund

Die vier renommiertesten Nuits Saint Georges 1er Cru Lagen der Domaine Henri Gouges sind der "Clos des Porrets – Saint Georges", „Les Pruliers“, „Les Vaucrains“ und „Les Saint Georges“, letztere eine  1er Cru Lage, die in den Augen von vielen Weinexperten Anspruch auf „Grand Cru“-Status hat.

Grégory Gouges bezeichnet  den „Clos des Porrets“ als bestes Beispiel für die Veränderungen auf dem Gut. Verliehen früher harte Tannine dem Wein ein Struktur-Korsett fliesst der Wein heute geradezu wie Samt und Seide über die Zunge.

Nuits Saint Georges 1er Cru „Les Chênes Carteaux“ - eine unterschätzte Lage.

Henri Gouges Nuits-St-Georges  

Die Weine aus der Lage „Les Chênes Carteaux“ (auf der Karte Violett markiert) haben es bis heute nicht ins Rampenlicht geschafft. Vielleicht zu Unrecht…

„Les Chênes Carteaux“ liegt direkt angrenzend an die beiden renommierten Lagen  „Les Vaucrains“ und „Les Saint Georges“ und verfügt – einfach etwas höher am Hang gelegen – über vergleichbare Kalkböden, welche mit vielen Kieselsteinen durchzogen sind und einen tiefen Lehmgehalt aufweisen. Die Reben haben mittlerweile ein stolzes Alter erreicht und bringen Jahr für Jahr komplexere Weine hervor.

Wir haben den 2009er selektiert, weil wir fest davon überzeugt sind, dass die Gouges-Weine dieser Lage heute unterschätzt werden. Unsere Eindrücke bei der Verkostung des „Les Chênes Carteaux“:

Helles Rubin, am Rand fast transparent, sehr schöner Glanz.

Rand Henri Gouges

In der Nase öffnet sich der Wein rasch, intensiver Duft, Feuerstein, Rauch, Pinienzapfen, Preiselbeeren, Orangenzesten, Veilchen und dezent Lakritze, sehr vielschichtig, komplex, sich ständig verändernd.

Am Gaumen fruchtbetonter Auftakt, weich und bereits zugänglich, eher rotfruchtig, sofort mundfüllend, schmeichelnd und charmant, keinerlei Härte, die Gerbstoffe sind äusserst fein, halten sich erst im Hintergrund, stützen die Frucht, werden gegen den mittleren Gaumen kräftiger, die Säure dem Jahrgang entsprechend moderat, der Alkohol erfreulich tief (13%), ausgezeichnete Balance. Der Wein hat eine sehr gute Komplexität und Struktur, zeigt dabei aber deutlich mehr Finesse als Kraft. Im Abgang von guter Länge, endet mit einer zarten Bitternote die an rosa Grapefruit erinnert.

Alles in allem sehr stimmig, gefällt durch seine "sehr erträgliche Leichtigkeit des Seins". Ideales Trinkfenster ab sofort bis 2023. Ein Wein der ganz alleine für sich genossen werden kann oder aber ein feines, nicht allzu kräftiges Gericht begleiten kann. Zum Beispiel eine Kaninchen-Roulade auf Frühlings-Salat. 92/100.

Ich möchte mehr über die Domaine Henri Gouges im Burgund erfahren!