Gerade wenn man Kind und Arbeit unter einen Hut bringen muss gibt es Tage, an denen man wenig Zeit zum Kochen hat. Und trotzdem hat man auch an diesen Tagen den Anspruch an sich selbst, etwas Feines selber zuzubereiten. Ein simples, schmackhaftes Gericht muss also her, welches in ca. zehn Minuten fertig ist. Die dafür notwendigen Produkte dürfen darum in unserer Vorratskammer nicht fehlen respektive sollten idealerweise sogar immer in Griffweite sein. 

Zehn Zutaten für maximal zehn Franken.

1. Spaghettini (z.B. n.3 von Barilla

2. Knoblauch (frisch oder getrocknet)

3. Sardinen in Olivenöl (aus der Büchse)

4. Sardellen (aus dem Glas)

5. Limette oder Zitrone (frisch oder als Konzentrat)

6. Tomatenpüree

7. Italienische Kräuter (idealerweise frisch)

8. Anice Verde 

9. Peperoncino (getrocknet)

10. Kapern

Zehn Minuten Zubereitung.

Die Zubereitung ist simpel, das Timing der Abläufe allerdings erfolgsentscheidend.

Zwei Kochplatten auf höchste Stufe schalten. Auf der einen Platte einen Kochtopf mit Wasser aufsetzten, auf der anderen eine Bratpfanne aufheizen. Eine Büchse Sardinen öffnen (1‘).

sardine

Ein bis zwei Knoblauchzehen grob hacken und in der nun heissen Bratpfanne zusammen mit Sardinen aus der Büchse (und auch gleich mit dem Öl aus der Büchse) kurz anziehen, sofort 10 Sardellen-Filets dazugeben und kurz danach den Fischbrei mit drei bis vier anständigen Spritzern Zitronen- oder Limettensaft ablöschen (3‘). 

sardine2

Die Hitze für die Saucen-Pfanne reduzieren. Eine halbe Tube Tomatenpüree dazugeben, kurz verrühren. Dann eine Handvoll Italienische Kräuter, Kapern und etwas Anissamen (Anice Verde) sowie – je nach Schärfe-Verträglichkeit – mehr oder weniger Peperoncini-Flocken dazugeben (5‘). 

pasta2

Nun, nach ca. 5 Minuten siedet das Wasser. Salz und die Spaghettini ins Wasser werfen, auf die Uhr schauen: 5 Minutes to go!

Noch einen Schöpflöffel des Pasta-Wassers in die Sauce giessen, damit diese nicht zu rasch eindickt und einmal umrühren (6‘). Die Sauce nun auf sehr kleinem Feuer weiterköcheln lassen.

Sauce1

  sauce 2

Vor dem Anrichten bleibt nun noch genügend Zeit um a) den Tisch einfach zu decken und b) eine Flasche Wein zu öffnen. Die Wahl fällt auf Carandelle Maremma 2013 von der Podere San Cristoforo. 

Sangiovese passt in der Regel gut zu Fisch.

Rotwein zu Fisch, mag sich mancher Leser fragen, passt das? Ja! Rotweine auf Sangiovese-Basis passen – sofern die Gerbstoffe nicht extrem ausgeprägt sind – in aller Regel sehr gut zu Fischgerichten denn die markante Säure der Sangiovese-Traube verleiht den Weinen eine saftige Frische. Und genau diese Frische macht den Carandelle zum idealen Rotwein für unser Pastagericht auf Fischbasis.

Die Pasta nach 5 Minuten aus dem Wasser nehmen und mit einem Schuss Olivenöl beträufeln. Sauce oben drauf und mit ein paar frischen Kräutern servieren. Basta! Pasta!

Dressage

Dressage

Carandelle

Carandelle Maremma 2013 von der Podere San Cristoforo

Das Weingut Podere San Cristoforo liegt ungefähr gleich weit vom Meer entfernt wie die Zubereitung dieser Pasta benötigt, also ca. 10-15 Minuten. Gerichte auf Fischbasis sind in der Maremma durchaus üblich (wenn auch sie dort oft einem saftigen Steak vom Grill weichen müssen).

Gazzar Weine importiert die Weine von Podere San Cristoforo seit einigen Jahren und so konnten wir deren Entwicklung genau beobachten. Lorenzo Zonin, Eigentümer und Winzer arbeitet nach biodynamischen Richtlinien. Geerntet werden die Trauben in der Nacht, damit sie möglichst kühl in den Keller kommen (ein sehr interessantes Video dazu gibt es hier).

Die Rebstöcke der Lage Carandelle sind nun bereits etwas älter und der Wein mit Jahrgang 2013 hat dadurch gegenüber früheren Jahrgängen an Komplexität und Tiefe gewonnen. Wir notieren:

Verre

Mittleres Rubin, violette Reflexe. Intensive, fruchtbetonte Nase mit Aromen von roten Kirschen, Brombeeren, Himbeeren und Düfte die an Bienenwachs erinnern, dazu auch junges Leder und Moss, gute Komplexität.

Am Gaumen erst rotfruchtig beginnend, dann wieder Brombeeren, Heidelbeeren, eine feine Würze und etwas frisch aufgeschnittene Ananas, leichter bis mittlerer Körper getragen von einer sehr gut portionierten Struktur. Der Wein hat mässig ausgeprägte, bereits sehr gut integrierte Gerbstoffe und eine lebhafte, trinkanimierende Säure. Er besticht durch seine ausgezeichnete Ausgewogenheit und Eleganz. Im Abgang endet er stimmig wie er begonnen hat auf rote Kirschen; Harmonie von A-Z.

Der Wein hat gegenüber früheren Jahrgängen an Komplexität, Finesse und Charakter gewonnen. Carandelle ist ein niveauvoller Essbegleiter für alle Tage. 

Table Carandelle

Ich möchte mehr über Podere San Cristoforo erfahren!