Europa schwitzt, es ist in weiten Teilen seit Tagen über 30 Grad warm. Kulinarisch mag man es an solchen Tagen lieber etwas leichter. Man startet mit frischen Früchten in den Tag, geniesst am Mittag einen bunten Salat und gönnt sich abends Krustentiere oder ein Stück Fisch.

peterfisch

Das Rezept.

Wir entscheiden uns für einen San Pietro (Petersfisch) mit Cherrytomaten, Zwiebeln und frischen Kräutern. Die Zubereitung ist simpel… Den Fisch küchenfertig machen (lassen), Cherrytomaten halbieren, Zwiebeln in feine Halbmonde schneiden, Kräuter waschen.

Cherrytomate

Den Fisch in einer Bratpfanne mit etwas Olivenöl und einigen mediterranen Kräutern während ca. fünf Minuten auf jeder Seite anbraten, mit etwas grobem Salz würzen und dann mit einem Schuss Weisswein ablöschen, einige Spritzer Zitrone dazugeben. Dann die Hitze aufs Minimum reduzieren und den Fisch zugedeckt nachziehen lassen.

Während dem der Fisch nachgart, die Zwiebeln in wenig Olivenöl anziehen und die Cherrytomaten auf die Zwiebeln legen. Mit einer Prise Salz würzen. Nach ca. fünf Minuten sind Fisch und Gemüse servierbereit.

Cherry

Anrichten und Servieren.

Den Petersfrisch filetieren, die Filets auf einen Teller geben, die Tomaten und Zwiebeln um den Fisch herum verteilen und mit frischen Kräutern und einer Zitronenscheibe servieren.

Servieren

Der passende Wein.

Es stellt sich nun nur noch die Frage nach dem richtigen Wein. Inspiriert von den lauen Sommertemperaturen denken wir spontan an einen Sancerre.

Bei Gazzar-Weine führen wir zwei Sancerre-Weine der Domaine Thierry Merlin-Cherrier. Zum einen den „normalen“ Sancerre, ein frischer, fruchtiger Wein mit lebhafter Säure der ideal als Aperitif-Wein eingesetzt werden kann oder auch hervorragend zu klassischen, nicht allzu stark gewürzten Süsswasserfisch-Speisen harmoniert.

Zu unserem mediterran angehauchten Meeresfisch, der von Natur aus über eine gewisse Salzigkeit verfügt und zudem durch die Zwiebeln und Kräuter sehr würzig und aromatisch schmeckt, wählten wir  einen etwas gereiften Lagenwein der Domaine Thierry Merlin-Cherrier: „Chêne Marchand“ 2008.

Sancerre

Jahrgang 2008? Ein siebenjähriger Weisswein? Das mag manchen Leser überraschen… Doch die Spitzenweine aus Sancerre verfügen über ein ausgesprochen gutes Lagerpotenzial und werden mit zunehmender Reife komplexe und doch frische Essbegleiter. (Aktuell im Angebot haben wir den 2013er Chêne Marchand, von welchem man problemlos die eine oder andere Flasche für mindestens fünf Jahre im Keller vergessen darf…) 

Die Lage “Chêne Marchand” liegt auf dem westlichen Sancerre-Plateau über dem Ort Bué und gehört zu den besten Lagen im Sancerre. Würde man im Sancerre eine Klassifikation einführen hätte „Chêne Marchand“ zweifellos Anspruch auf den Grand Cru Status. Es gibt wohl kaum eine besseres Beispiel des so genannten „Caillottes“- Terroirs, welches, im Gegensatz zu den noch weiter westlich gelegenen „Terre Blanche“ Lagen über reichlich grosse Kieselsteine verfügt und dafür weniger Ton und Mergel aufweist.

Die Verkostungs-Notiz.

Der 2008er Sancerre „Chêne Marchand“ präsentiert sich im Glas mit blassem Gelb und  noch jugendlichem Glanz. Die Nase ist sehr duftig, äusserst frisch und steinig, ein ganzer Korb Zitrusfrüchte, dann auch weisse Blüten, Gräser, Lychee und etwas Grüntee, ein faszinierendes Duftspiel, sehr gute Komplexität. Am Gaumen mit saftigem Auftakt, wieder viel Zitrusfrucht, keine Spur von Altersnoten (wir sprechen von einem 7jährigen Wein!), nein im Gegenteil, frisch, mit lebhafter Säure und knackiger Frucht, komplex und doch zugänglich und mit sehr langanhaltendem Abgang, harmoniert ausgezeichnet mit dem "San Pietro“. Jetzt bis 2020 geniessen. 

Ich möchte mehr über die Sancerre von Thierry Merlin-Cherrier erfahren!