Primeurs

Bordeaux Primeurs 2017. Es gibt ein Wort, welches das Weinklima des Jahres 2017 in Bordeaux auf den Punkt bringt: Frühreife. Ein früher Austrieb: Die Knospen trieben aufgrund einer ganzen Reihe von besonderen, meteorologischen Bedingungen sehr früh aus. Da war einmal ein kalter und sehr trockener Winter mit minimalen Niederschlägen (lediglich etwa 150 mm zwischen 1. Oktober und 31. Januar). Anfang Februar folgten dann einige Niederschläge, welche das Regendefizit der Erde kompensieren konnten. Schliesslich stiegen die Temperaturen von Mitte März bis Ende April ausserordentlich stark an, so dass ein entsprechend starker Kontrast zu den Wintertemperaturen entstand, was bereits Mitte April zu einem sehr frühen Start des Pflanzenwachstums führte.

Bordeaux Primeurs 2017

Eine frühe Blütezeit: In den Frost-Nächten vom 27. und 28. April fielen die Temperaturen in den negativen Bereich (an gewissen Orten bis zu -6 °), was die jungen Frühjahrsknospen in vielen Weinbergen nicht aushielten und so eine grosse Anzahl von Bordeaux-Weingütern im Jahr 2017 weniger oder sogar gar keine Trauben ernten konnten (eine solch starke Frostkatastrophe gab es seit 1991 nicht mehr). Diese Kälteperiode hielt bis Anfang Mai an und wurde durch plötzlich eintretende, intensive Sommertemperaturen beendet, so dass bereits am 10. Mai die ersten Merlot-Stöcke zu blühen begannen. Da diese Hitzeperiode bis Ende Juni anhielt, verlief die Blüte nicht nur schnell, sondern auch äusserst homogen (wie 2005). Nach dieser längeren Trockenphase halfen einige Regentage, die Wasserreserven der Pflanzen neu aufzufüllen und die Trauben entsprechend gedeihen zu lassen. Diese fast zwei Monate lang andauernden Sommerbedingungen führten zu einer idealen Blüte, förderten dicke Traubenhäute und legten die Basis für eine schöne, phenolische Reife.

Eine frühe Verfärbung: Der Sommer in Bordeaux war kühl und sehr trocken. Die Reifung der Trauben verlief entsprechend gemächlich und begünstigte sehr gute Säurewerte. Die ersten Anzeichen der Trauben-Verfärbung waren bereits ab dem 10. Juli zu erkennen und die Verfärbung setzte sich anschliessend sehr homogen fort. In der zweiten Augusthälfte erlaubten die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht eine hervorragende Synthese von Anthocyanen sowie eine positive aromatische Entwicklung des Traubenmaterials.

Schliesslich eine frühe Ernte: Einige wohl erwünschte Regenfälle im Spätsommer leiteten die frühe Ernte ein. Bereits Anfang September wurden die ersten Merlot-Trauben gelesen, gefolgt vom Cabernet Franc und schliesslich dem Cabernet Sauvignon. Die Regenfälle begünstigten die gesunde Ausreifung der Trauben und förderten einmal mehr die Aromavielfalt. Als Ergebnis dieses «frühen Jahrgangs» präsentieren sich die 2017er Bordeaux Primeur Weine überraschend ausgewogen.

Der Frost vom 27. und 28. April 2017 war nicht überall gleich zerstörend. Tendenziell waren die Merlot-Rebberge am rechten Ufer stärker vom Frost betroffen als die linksufrigen, durch die Gironde-Mündung etwas besser geschützten Lagen. Aber auch die rechtsufrigen Weinberge in der Nähe der Garonne und Dordogne waren klimatisch besser geschützt, was auch bei diesen Weinlagen das Erfrieren der jungen Knospen verhindert hat.

Im Pessac-Léognan waren einige Weingüter stark vom Frost betroffen und haben im Jahr 2017 eine kleine und teils überhaupt keine Ernte eingefahren. Die geernteten Trauben aber wurden zu fruchtbetonten, knackigen Rotweinen sowie sehr gelungenen, blumig-frischen, hellfruchtigen Weissweinen verarbeitet.

Im Médoc, wo insbesondere die Gebiete Listrac und Moulis stark vom Frost betroffen waren, haben es Güter wie Château Poujeaux dennoch geschafft, einen 2017er-Wein zu produzieren.

Die Appellation Margaux erzeugte rund 25% weniger Wein als im Vorjahr. Die entstandenen Weine haben eine gewisse Eleganz, runde und seidige Tannine und eine gelungene Balance zwischen Frucht und Säure.

In Pauillac wurden generell knackige Weine mit Aromen von reifen Früchten produziert. Die Güter mit Merlot-Lagen in Flussnähe, welche wie auch diejenigen am rechten Ufer den Frost überstanden haben, produzierten ausgewogene und frische Merlots, was hinsichtlich der aktuellen Geschmackstrends durchaus ein Vorteil ist. Die geernteten Merlot-Trauben verfügten über eine konzentrierte, rote Frucht und eine sehr schöne Säure, welche die schöne Aromatik der daraus gekelterten Weine mit entsprechend viel Frische untermalt.

Die Weine in Saint-Julien sind generell sehr gut gelungen. Sie präsentieren sich besonders verführerisch und zeigen viel Schmelz.

In Saint-Estèphe, dessen Weine während den Primeur-Verkostungen in der Regel etwas verschlossen sind, haben wir Weine mit überraschend guter Länge und knackigen, dunklen Fruchtaromen verkostet, so zum Beispiel Calon-Ségur und Phélan-Ségur.

Sauternes blieb bis Anfang September von der für die Süssweine wichtigen Botrytis verschont, doch dank des Regens Ende des Monats entwickelte sich diese dann endlich. Die süssen 2017er-Weine zeigen Aromen von weissem Pfirsich und exotischen Früchten und Enden im Abgang mit Zitrusnoten.

Am rechten Ufer, so im Pomerol, gab es enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Weingütern: während es auf Vieux Château Certan oder La Conseillante fast keine Frostschäden gab, haben lediglich 1 bis 1.5 Grad tiefere Temperaturen die Ernte von anderen Pomerol-Weingütern zu Nichte gemacht. Ein grosser Teil der Weine konnte aber produziert werden und deren Qualität ist auf hohem Niveau. Die Weine sind weniger alkoholreich und sehr frisch mit komplexen Aromen sowie Düften von Veilchen.

Schliesslich Saint-Emilion, wo viele Güter mit Weinbergen an leicht erhöhten Lagen insgesamt gute Weine produzierten während andere, mit tiefer gelegenen Weinbergen während den zwei Frost-Nächten im April einen grossen Teil ihrer Trauben verloren haben.

Zusammengefasst kann man über den 2017er-Jahrgang im Bordeaux sagen, dass es ein komplizierter Jahrgang ist. Die Trockenheit (nur 600 mm Regen) und die schrecklichen Folgen des Frosts machen einen strengen Vergleich der Wein-Qualitäten der einzelnen Weingüter sowie eine entsprechend rigide Selektion nötig. Diejenigen Güter, welche ihre Ernte einbringen konnten, haben im besten Fall Weine mit einer typischen, bordelaiser Eleganz sowie einer grossen Balance gekeltert. Sie sind rein, frisch und äusserst aromaintensiv.

Kurz gesagt: die 2017er-Weine von den Gütern, welche von den Launen der Natur verschont blieben, sind eine Symbiose aus Kraft und Finesse. Es sind äusserst schmackhafte Weine mit weichen Tanninen.

Bordeaux 2017 Subskription erwerben

: was heisst das genau ?  Die verschiedenen Besitztümer in Bordeaux degustieren jedes Jahr, so etwa zu Anfang April, die im vergangenen Herbst zu Wein verarbeitete Ernte. Diese jungen Bordeaux Weine befinden sich noch im Stadium der Pflege, werden aber der Fachpresse und den Spezialisten vorgestellt. So degustieren wir jedes Jahr während einer Woche alle Bordeaux-Weine, die als so genannte Bordeaux Primeurs Subskription verkauft werden.

Zwischen Mai und Juli geben die verschiedenen Schlösser ihre Preise bekannt für die im April degustierten Weine. Es liegt dann an uns, den Fachhändlern, sich für diesen oder jenen Wein zu entscheiden, dies aufgrund des Degustationsresultates und selbstverständlich dem vorgeschlagenen Preis. Ist unsere Selektion definitiv, unterbreiten wir diese unseren Kunden in Form von einer Bordeaux Subskription, natürlich immer zum günstigsten Preis. Die Liste der Bordeaux Primeurs in Subskription, publizieren wir generell gegen Ende Juni, Anfang Juli.

Die so subskribierten Primeur-Weine sind innert 30 Tagen zahlbar und werden - franko Haus ab 36 Flaschen - zwei Jahre später im Frühjahr, nach der Flaschenabfüllung in den diversen Schlössern, geliefert.

Die Vorteile eines Bordeaux Primeurs-Kaufs sind zahlreich, ebenso für den Produzenten wie für den Kunden. Der Produzent bekommt sein Geld im notwendigsten Moment. Der Kunde sichert sich die Verfügbarkeit von Bordeaux Weinen, die er vielleicht später nicht mehr beschaffen kann. Ebenso kann der Kunde beim Primeur-Kauf andersformatige Flaschen erwerben (halbe, Magnums), was nach der Flaschenabfüllung nicht mehr möglich ist. Im Falle einer späteren Preiserhöhung profitiert natürlich der avisierte Kunde davon.

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