Primeurs

Bordeaux Primeurs 2018: ein Jahr für kalk- und lehmhaltige Böden. Der Jahrgang 2018 in Bordeaux wird als ein Jahr der Wetterextreme in Erinnerung bleiben. 2018 begann mit einem kalten und regnerischen Winter, gefolgt von einem zu heissen, aber immer noch viel zu regnerischen Frühling. Der hohe Niederschlag (die Regenmenge der ersten 6 Monate entspricht ungefähr der eines normalen Jahres…) in Verbindung mit den für Mai und Juni zu milden Temperaturen führt dazu, dass viel überschüssige Feuchtigkeit in den Reben hängen blieb und sich der gefürchtete, falsche Mehltau explosionsartig verbreiten konnte. Die natürlichen Abwehrkräfte der Weinberge waren arg strapaziert und so halfen die Winzer mit Bordeauxbrühe, Kräutertees und Blattausdünnung zur Belüftung der Trauben nach, wo immer sie konnten. Man kämpfte um jeden Meter, und versuchte die Pilzkrankheit so bestmöglich einzudämmen (eine solch starke Ausbreitung des falschen Mehltaus hat die Region seit einem halben Jahrhundert nicht mehr erlebt). Im Mai und Juni gab es auch heftige Stürme gefolgt von Hagelschlag am 26. Mai. Die Niederschläge in Bordeaux dauerten bis Mitte Juli an. Erst am 15. Juli, dem Tag als Frankreich Fussballweltmeister wurde, schien nicht nur der Fussball- sondern auch der Wettergott den Franzosen gut gesinnt zu sein. Das Wetter drehte um 180 Grad und es wurde bis zur Ernte hin sehr trocken und heiss...

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Bordeaux Primeurs 2018: ein Jahr für kalk- und lehmhaltige Böden.

Das Resultat war eine sofortige Austrocknung der Böden was wiederum zu rascher Reifeentwicklung und einem sehr regelmässigen Farbumschlag führte. Da die Nächte kühl blieben, profitierten die Trauben von hohen Temperaturunterschieden, was zusammen mit dem Wasserstress das Verhältnis zwischen Frucht (eher klein) und Schale (eher dick) beeinflusste.

Genügend Zeit hatten die Winzer für die Ernte. Die Château-Besitzer konnten mit Ruhe und Gelassenheit den idealen Tag für die Lese einzelner Parzellen wählen und so perfekt ausgereiftes Traubengut ohne jegliche Beeinträchtigung durch Niederschläge einkellern. Viele Güter in Bordeaux sind rückblickend erleichtert darüber, dass sie 2018 nicht nur eine hohe Qualität sondern (aber lange nicht überall) auch eine ähnlich grosse Menge wie 2010 und 2016 ernten konnten.

Die Merlots erreichten einen ziemlich hohen Alkoholgehalt, behielten aber eine schöne Frische. Die geernteten Cabernet Sauvignon Beeren sind klein, aber köstlich süss, konzentriert und sehr tanninhaltig. Die Cabernet Francs sind verführerisch, fein und sehr ausgewogen. Die Beeren sind dunkel, fast schwarz und verleihen den Weinen eine dichte Farbe. Die Rotweine sind im Allgemeinen seidig, vollmundig mit Aromen von ungemein knackigen, schwarzen und roten Beeren (schwarze und rote Johannisbeere sowie Himbeere). Jeder Schluck macht Lust auf den nächsten.

Rückblickend war 2018 vor allem für die Regionen in Bordeaux ein Problem, welche stark von den Hagelstürmen getroffen wurden und dadurch einen Teil ihrer Ernte verloren haben. Unter den intakten Parzellen profitierten diejenigen mit Kalkstein- und/oder Lehmböden von den Wasserreserven des nassen Frühlings. Diese Böden sind an vielen Orten am rechten Ufer verbreitet und erlaubten es den Rebstöcken, während der heissen August- und Septembertage an genügend Wasser zu gelangen. Das Ergebnis ist, trotz der hohen Trockenheit und einer sehr reifen Frucht, eine aussergewöhnliche Frische in den Weinen. Viele Kritiker (darunter James Suckling) sind sich bereits einig, dass der Jahrgang 2018 ein sehr gelungenes Jahr ist.

Einschätzung der 2018er Bordeaux Primeurs für die einzelnen Appellationen

Am linken Ufer ist allen voran Margaux es ein grosser Erfolg. Es gibt hier jedoch aufgrund der trockeneren, sandig-kiesigen Böden eine gewisse Heterogenität. Einige Güter hatten darum mehr Probleme als andere. Es gibt aber auch Weine, wie z.B. Château Pouget, die viel Frucht, Frische und eine fast schon cremige Textur zeigen.

Der Norden des Médoc ist in Bezug auf den Kalkgehalt der Böden recht homogen. Der Süden dagegen wurde vom Glück etwas vernachlässigt, denn der Hagel vom 15. Juli traf einige Güter hart und zerstörte dort einen Teil der Ernte. Château La Lagune verlor sogar die gesamte Ernte und wird 2018 keinen Wein produzieren.

In der Appellation Pessac-Léognan und insbesondere im Ort Pessac haben die heissen Gebiete mehr gelitten als die frischen Zonen auf der Seite des Waldes (u.a. Domaine de Chevalier). Darüber hinaus stoppte der Hagel vom 26. Mai den Blütevorgang auf einigen Weingütern. Allerdings gibt es auch hier, so wie in Margaux, einige grosse Erfolge. Die Weissweine sind, der Sommerhitze sei Dank, mit viel reifer Frucht ausgestattet. Sie sind vollmundig, rund und offenbaren teils exotische Aromen, bleiben dabei aber dennoch erstaunlich leichtfüssig.

Saint-Estèphe, verfügt über das kühlste Terroir am linken Ufer und kelterte einen sehr vielversprechenden Jahrgang.

Pauillac hat zwar weniger kalkhaltige dafür mehr lehmige Böden, die bei trockenem und warmem Wetter genügend Wasser für die Reben speichern können. Das Ergebnis sind samtige und hocharomatische Weine. Allerdings könnte hier die produzierte Menge ein Problem darstellen.

Saint-Julien hat den Jahrgang mit seinen vielfältigen Böden und dem hohen Kalk- und Lehmanteil gut gemeistert.

Die Region Graves hat, wie überall dort wo kalkhaltige Böden dominieren, die Ernte erfolgreich abschliessen können und schöne Weine produziert.

In der Region Sauternes ist die Botrytis (Edelfäule) aufgrund der sommerlichen Temperaturen mit viel Trockenheit etwas langsamer als sonst eingetroffen. Der Pilz verbreitete sich erst Ende Oktober und verzögerte so die Ernte bis zum Ende des Monats. Die Weine des Jahrgangs 2018 zeigen Noten von kandierten und sauren Früchten. Ausgewogen, fein und eher leicht im Charakter sind diese süssen Weine äusserst angenehm zu trinken.

Am rechten Flussufer, auf der anderen Seite der Garonne, ist der Kalkstein König. 2018 ist für einige Güter dort definitiv einer DER grossen Jahrgänge. Rund um Saint-Emilion, an den Hängen mit Böden auf Kalk- und Lehmuntergrund entstanden herrliche Merlots mit saftiger Frucht und angenehmen Tanninen. Ihr manchmal zu hoher Alkoholgehalt wird hier durch erstaunlich niedrige pH-Werte kompensiert. Auch die Qualität der Cabernet Franc Trauben ist kaum zu übertreffen. Allerdings verfügt gerade Saint-Emilion über eine sehr hohe Vielfalt an Böden, was das Bild in einem solch anspruchsvollen Jahrgang zu komplex macht, um einen allgemein gültigen Schluss zu ziehen. Jedes Château hatte schlussendlich seine eigenen Herausforderungen zu meistern.

Auch in Pomerol waren es die lehmigen Böden, die es den Reben erlaubten, von einer stabilen Wasserzufuhr zu profitieren. Die Güter mit den leichteren Böden hatten dagegen teilweise mit Reifeblockaden zu kämpfen. Im Grossen und Ganzen aber gelang es in Pomerol, einen sehr guten Jahrgang zu keltern.

Die 2018er Bordeaux-Weine sind typische «Bordeaux», frisch, süss und ausgewogen. Trotz reifer Frucht zeigen viele Weine florale Noten, sind gradlinig und verfügen über ein gutes Reifepotential. Nach einem Jahr mit vielen Unsicherheiten und einem teils harten Überlebenskampf, konnte eine erfreulich schöne Ernte eingefahren werden. Das Ergebnis ist, entgegen den Erwartungen, sehr gut. Die Mengen sind manchmal etwas kleiner als normal, doch findet man in allen Appellationen äusserst gelungene und einige ausgezeichnete Weine.

Bordeaux 2018 Subskription erwerben

Was heisst das genau ?  Die verschiedenen Besitztümer in Bordeaux degustieren jedes Jahr, so etwa zu Anfang April, die im vergangenen Herbst zu Wein verarbeitete Ernte. Diese jungen Bordeaux Weine befinden sich noch im Stadium der Pflege, werden aber der Fachpresse und den Spezialisten vorgestellt. So degustieren wir jedes Jahr während einer Woche alle Bordeaux-Weine, die als so genannte Bordeaux Primeurs Subskription verkauft werden.

Zwischen Mai und Juli geben die verschiedenen Schlösser ihre Preise bekannt für die im April degustierten Weine. Es liegt dann an uns, den Fachhändlern, sich für diesen oder jenen Wein zu entscheiden, dies aufgrund des Degustationsresultates und selbstverständlich dem vorgeschlagenen Preis. Ist unsere Selektion definitiv, unterbreiten wir diese unseren Kunden in Form von einer Bordeaux Subskription, natürlich immer zum günstigsten Preis. Die Liste der Bordeaux Primeurs in Subskription, publizieren wir generell gegen Ende Juni, Anfang Juli.

Die so subskribierten Primeur-Weine sind innert 30 Tagen zahlbar und werden - franko Haus ab 36 Flaschen - zwei Jahre später im Frühjahr, nach der Flaschenabfüllung in den diversen Schlössern, geliefert.

Die Vorteile eines Bordeaux Primeurs-Kaufs sind zahlreich, ebenso für den Produzenten wie für den Kunden. Der Produzent bekommt sein Geld im notwendigsten Moment. Der Kunde sichert sich die Verfügbarkeit von Bordeaux Weinen, die er vielleicht später nicht mehr beschaffen kann. Ebenso kann der Kunde beim Primeur-Kauf andersformatige Flaschen erwerben (halbe, Magnums), was nach der Flaschenabfüllung nicht mehr möglich ist. Im Falle einer späteren Preiserhöhung profitiert natürlich der avisierte Kunde davon.