Der Name Beauregard erscheint bereits im 17.e Jahrhundert in den Notariatsarchiven von Pomerol. Das Gut verdankt seinen Namen dem damals errichteten Herrenhaus, dessen schlichte und elegante Architektur — mit klassischen Linien und gepflegten Nebengebäuden typisch für den Médoc — in einer Appellation, die praktisch keine prestigeträchtigen Wohnsitze besitzt, angenehm auffällt. Château Beauregard bildet zusammen mit Château de Sales eine der zwei grossen architektonisch bemerkenswerten Besitzungen von Pomerol.
Während drei Jahrhunderten hatte das Gut mehrere aufeinanderfolgende Besitzer, bevor es zu Beginn des 20.e Jahrhunderts in den Besitz der Familie Clauzel überging. Unter ihrer Leitung wurde der Rebberg schrittweise auf die heutigen 17,5 Hektaren erweitert und Beauregards Stellung unter den grösseren Gütern der Appellation gefestigt. Der Ruf des Weins entstand langsam und stetig: ohne je die spekulativen Höhen der Crus des Zentralplateaus zu erreichen, aber Jahr für Jahr mit einem ehrlichen, fruchtbetonten und terroirtreuen Pomerol.
2014 erwarb die Familie Moulin — bereits Besitzerin mehrerer Weingüter in Bordeaux und anderen Regionen — das Anwesen. Dieser Übergang markierte einen bedeutenden qualitativen Wendepunkt: vollständige Renovation des Vinifikationskellers, dichtere Pflanzungen auf bestimmten Parzellen, Zusammenarbeit mit führenden önologischen Beratern und eine strengere Parzellenselektion für den Grand Vin. Bereits ab dem Jahrgang 2015 stellten internationale Kritiker die spürbare Qualitätssteigerung fest.
Heute gilt Château Beauregard als zugängliche Referenz der Appellation Pomerol: ein fruchtiger, grosszügiger und von Jahrgang zu Jahrgang sehr regelmässiger Wein, mit einer vernünftigen Preispositionierung in einer Appellation, deren Spitzenpreise schwindelerregende Höhen erreichen.
- 17. Jh. Bau des Herrenhauses von Beauregard, eines der wenigen architektonisch bemerkenswerten Gebäude der Gemeinde Pomerol. Erste dokumentierte Reben auf dem Gut.
- 19. Jh. Schrittweise Entwicklung des Rebbergs. Beauregard wird in den damaligen Bordeaux-Weinführern unter den Qualitätsgütern von Pomerol erwähnt.
- Anfang 20. Jh. Die Familie Clauzel übernimmt das Gut. Unter ihrer Leitung erreicht der Rebberg schrittweise die heutigen 17,5 Hektaren und festigt Beauregards Platz unter den grösseren Gütern der Appellation.
- 1956 Der historische Frost im Februar verwüstet den Bordeaux-Rebberg. Beauregard beginnt eine schrittweise Neupflanzung, welche die heutige Rebsortenstruktur festlegt: dominiert von Merlot, ergänzt durch Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon.
- 1990s–2000s Teilweise Modernisierung des Kellers. Beauregard baut seinen Ruf als zugänglicher, regelmässiger Pomerol auf — geschätzt von Liebhabern, die einen grossen Wein des rechten Ufers ohne spekulative Übertreibung suchen.
- 2014 Die Familie Moulin erwirbt das Gut. Beginn eines grossen Investitionsprogramms: Renovation des Kellers, dichtere Parzellenbepflanzung, Verstärkung des Vinifikationsteams.
- 2015 Erster Jahrgang, der vollständig von den neuen qualitativen Leitlinien geprägt ist. Die internationale Kritik würdigt die klare und regelmässige Qualitätssteigerung in den folgenden Jahrgängen.
- 2019–2025 Serie von Jahrgängen mit stetiger Entwicklung. Der 2019er erhält Bewertungen unter den höchsten in der Geschichte des Guts. Die Primeurs 2025 bestätigen die seit zehn Jahren anhaltend positive Dynamik.

