Die Geschichte von Château de Sales reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Familie de Lambert ihr Weingut auf den Ländereien im Nordwesten von Pomerol gründete. In einer Appellation, die nie eine offizielle Klassifikation eingeführt hat und in der Güter häufig für Spitzenpreise den Besitzer wechseln, stellt die Familienkontinuität von Sales einen einzigartigen Fall im gesamten Bordeaux dar: Seit mehr als vierhundert Jahren hat kein Verkauf, keine fremde Erbfolge die Verbindung zwischen der Familie und ihren Reben unterbrochen.
Das Château selbst, dessen mittelalterliche Grundlagen im 18. Jahrhundert teilweise renoviert wurden, ist eines der imposantesten der Gemeinde Pomerol — eine Seltenheit in einer Appellation, die kaum Prachtarchitektur vergleichbar den grossen Herrenshäusern des Médoc aufweist. Diese architektonische Solidität spiegelt den Anspruch des Weinguts wider: auf Dauer zu bauen, sowohl bei den Reben als auch beim Stein.
Mit 47 Hektar in einem einzigen Block repräsentiert Château de Sales allein knapp 6 % der Gesamtfläche der AOC Pomerol, die nur 800 Hektar umfasst. Diese ausserordentliche Grösse hat dem Gut ermöglicht, bedeutende Mengen zu produzieren und dabei eine rigorose Weinbauweise zu praktizieren, was eine regelmässige Präsenz auf den internationalen Märkten sichert, während die Nachbarn oft nur einige Tausend Kisten pro Jahr erzeugen.
Im Laufe der Generationen hat die Familie de Lambert die Produktionsmittel modernisiert, ohne die Identität des Weins aufzugeben. Renovierter Kellereibetrieb, verstärkte Parzellenselektion, Einführung eines Zweitweins unter dem Namen Château Chantalouette: Jede Entwicklung wurde mit der Geduld eines Hauses durchgeführt, das in Jahrhunderten statt in Jahrgängen denkt.
- 17. Jh. Die Familie de Lambert lässt sich auf den Ländereien von Pomerol nieder. Erste urkundlich belegte Erwähnungen des Guts, das den Namen Château de Sales tragen wird.
- 18. Jh. Teilweise Renovierung des mittelalterlichen Château. Das Weingut wird um einen ausserordentlichen Einzelblock von 47 Hektar konsolidiert, dem grössten der gesamten Appellation.
- 1853 Château de Sales erscheint unter den Pomerol-Gütern, die in den Weinführern der Zeit aufgeführt werden, was eine wohletablierte Bekanntheit noch vor der internationalen Anerkennung der Appellation belegt.
- 1956 Der grosse Frost im Februar vernichtet einen Grossteil des Bordelaiser Weinbaus. Das Gut unternimmt eine schrittweise Neubepflanzung, die den heutigen Rebsortenbestand festlegt: dominanter Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon als Ergänzung.
- 1980er Modernisierung der Kellerei und Einführung der parzellenweisen Vinifikation. Verstärkung der Selektivität beim Assemblage, um die besten Partien für den Hauptwein zu reservieren.
- 1990er Einführung von Château Chantalouette als offizieller Zweitwein des Guts, was eine noch strengere Selektion für den Hauptwein ermöglicht.
- 2000er–2020er Reihe gleichmässiger und gut bewerteter Jahrgänge. Château de Sales behauptet sich als zugängliche Referenz von Pomerol für Liebhaber auf der Suche nach Authentizität ohne Spekulation.

