Die Geschichte von Lafite beginnt 1670, als Jacques de Ségur die ersten Reben auf der Anhöhe von « La Hite » pflanzt — ein Name aus dem Altgaskonischen für eine Erhebung oder einen Hügel. Sein Sohn Nicolas-Alexandre de Ségur entwickelt das Gut erheblich und erwirbt durch Heirat das benachbarte Latour, was ihm den begehrten Titel « Prince des Vignes » einbringt. Am Hof von König Ludwig XV. eingeführt, wird Lafite sowohl wegen seiner Finesse als auch wegen seiner vermeintlich heilenden Eigenschaften geschätzt. Thomas Jefferson, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten, nennt ihn als einen seiner Lieblingsweine während seines Aufenthalts in Frankreich als Botschafter Ende des 18. Jahrhunderts.
1855, bei der grossen von Napoleon III. für die Weltausstellung in Paris bestellten Klassifikation, wird Lafite folgerichtig an die Spitze der 1. Grands Crus Classés gestellt. Sein Ruf nach Finesse und Eleganz ist zu dieser Zeit im Médoc unübertroffen. Dreizehn Jahre später, 1868, erwirbt der Bankier James de Rothschild, Gründer des französischen Zweigs der Familie, das Gut für die damals beträchtliche Summe von 4,4 Millionen Francs. Er hebt die Weine seiner Generation sofort auf noch nie dagewesene Höhen.
Das 20. Jahrhundert erlebt einen Wechsel von grossen Jahren und schwierigen Perioden — Kriege, die Krise von 1929, der Frost von 1956. Doch aussergewöhnliche Jahrgänge wie 1959 und 1961 verleihen Lafite wieder seinen ganzen Glanz. 1974 übernimmt Baron Éric de Rothschild die Zügel des Weinguts und initiiert eine tiefgreifende Modernisierung: neuer runder Keller 1987 eingeweiht, neu strukturierter Weinberg, Präzisionsvinifikation. Unter seiner Leitung gewinnt Lafite die qualitative Konstanz zurück, die es heute zu einem der gesuchten und kostbarsten Weine der Welt macht.
Die Familie Rothschild hat rund um Lafite auch ein Portfolio grosser Güter aufgebaut: Duhart-Milon (4. Cru de Pauillac), Rieussec (Sauternes), L'Évangile (Pomerol), Château Peyre-Lebade und weltweit Caro in Argentinien und Bassa in China. Heute führt die Familie Lafite mit derselben Philosophie: Geduld, Präzision und absoluter Respekt vor dem aussergewöhnlichen Terroir, das Jahr für Jahr den aristokratischsten Wein Pauillacs hervorbringt.
- 1670 Jacques de Ségur pflanzt die ersten Reben auf der Anhöhe « La Hite » (altgaskonisch für Anhöhe) im Nordwesten von Pauillac.
- 18. Jh. Nicolas-Alexandre de Ségur, « Prince des Vignes » genannt, führt Lafite am Hof Ludwigs XV. ein. Thomas Jefferson zählt ihn zu seinen Lieblingsweinen.
- 1855 Einstufung als 1. Grand Cru Classé, an der Spitze der Appellation Pauillac, anlässlich der Weltausstellung in Paris unter Napoleon III.
- 1868 James de Rothschild, Bankier und Gründer des französischen Zweigs der Familie, erwirbt Lafite für 4,4 Millionen Francs. Geburt von Lafite Rothschild.
- 1946 Élie de Rothschild reorganisiert das Gut nach dem Zweiten Weltkrieg und leitet einen ambitionierten qualitativen Wiederaufbau ein.
- 1959 & 1961 Zwei legendäre Jahrgänge verleihen Lafite wieder seinen Rang als absolute Referenz. Diese Weine gehören zu den grössten, die je in Pauillac produziert wurden.
- 1974 Baron Éric de Rothschild übernimmt die Leitung. Beginn einer tiefgreifenden Modernisierung und qualitativen Konstanz.
- 1985 Einführung von Carruades de Lafite, dem Zweitwein des Guts, der weltweiten Erfolg erzielt und selbst zu einer Médoc-Referenz wird.
- 1987 Einweihung des neuen runden Kellers mit Säulen, Symbol der renovierten Gutsarchitektur. Ein Meisterwerk des Weinbauingenieurwesens.
- 2018 HVE-Zertifizierung (Haute Valeur Environnementale). Wachsendes Engagement des Châteaus für einen umweltschonenden Weinbau im Médoc.
- 2021 Reorganisation der Teams zur Stärkung der Parzellengenauigkeit in der Vinifikation. Önologe Christophe Congé leitet die neue Ära.
- 2023 Der 2023er wird von der Kritik als einer der verführerischsten Lafite des Jahrzehnts gefeiert — 98–100 Pkt. Yves Beck. Für Fr. 502.67 bei Daniel Gazzar Vins.

