Die Geschichte von Château Ferrière beginnt im 18. Jahrhundert, als Gabriel Ferrière, ein renommierter Bordelaiser Seemakler, das Weingut auf einem aussergewöhnlichen Terroir im Herzen der Appellation Margaux gründet. Sorgfältig aufgebaut und entwickelt, bleibt das Château bis 1913 in der Familie Ferrière. Es geht dann nacheinander an die Familien Feuillerat und Durand über, bevor eine schwierige Periode einsetzt: Die Reben werden in Pacht an den Händler Alexis Lichine vergeben, der sie für die Produktion von Château Lascombes nutzt. Jahrzehntelang verschwindet Ferrière fast vom Radar.
1855 war das Château bei der Klassifikation von Napoleon III. als 3. Grand Cru Classé anerkannt worden — eine Auszeichnung, die ein aussergewöhnliches Terroir und einen historischen Ruf bezeugte. Dieses Potenzial weckt Jacques Merlaut, Eigentümer der Châteaux Chasse-Spleen, La Gurgue und Haut-Bages Libéral, durch den Kauf von Château Ferrière 1988. Der erste Jahrgang unter der neuen Leitung erscheint 1992.
Die Renaissance wird zunächst von Bernadette Villars-Merlaut, der Tochter von Jacques, getragen — leidenschaftlich und visionär, sie startet die Umstrukturierung des Weinbergs und die Modernisierung der Ausrüstungen. Doch ein Schicksalsschlag trifft das Gut: sie verschwindet mit ihrem Mann plötzlich in einem Unfall. Ihre Tochter Claire Villars übernimmt daraufhin das Erbe. Als angehende Physikerin gibt sie ihre wissenschaftliche Karriere auf und taucht mit Leib und Seele in den Weinbau ein — als hätte die Physik der natürlichen Milieus ihren aussergewöhnlichen Blick auf das Bodenleben vorbereitet.
Heute ist sie als Claire Villars-Lurton zu einer der angesehensten Persönlichkeiten des Bordelais geworden — auch Direktorin von Château Haut-Bages Libéral (Pauillac) und Chasse-Spleen (Moulis). Bei Ferrière hat sie einen Pionierweg beschritten, der das kleine 20-Hektar-Château zu einem Leuchtturm der verantwortungsvollen Viticultur gemacht hat: Biozertifizierung ab 2015, doppelte biodynamische Zertifizierung Demeter und Biodyvin 2018, Einführung der TAVA-Amphoren 2019. Ferrière ist heute der einzige Grand Cru Classé des Médoc mit dieser doppelten biodynamischen Zertifizierung.
- XVIIIe s. Gabriel Ferrière, Bordelaiser Seemakler, gründet das Château auf einem Terroir aus tiefen Kiesböden auf Kalksteinmergel im Herzen von Margaux.
- 1855 Einstufung als 3. Grand Cru Classé anlässlich der Weltausstellung in Paris — Bestätigung eines aussergewöhnlichen Terroirs.
- 1913 Ende der Familienperiode. Das Gut geht an die Familien Feuillerat und Durand über. Die Reben werden schrittweise an Alexis Lichine (Château Lascombes) verpachtet.
- 1988 Jacques Merlaut kauft Château Ferrière. Beginn einer ehrgeizigen Renaissance, um dem Château seinen Rang als Grand Cru zurückzugeben.
- 1992 Erster Jahrgang unter der neuen Leitung, geführt von Bernadette Villars-Merlaut. Umstrukturierung des Weinbergs und Modernisierung der Keller.
- ~1995 Tragischer Tod von Bernadette Villars-Merlaut. Ihre Tochter Claire, angehende Physikerin, gibt ihre wissenschaftliche Karriere auf und übernimmt das Weingut.
- 2000s Claire Villars-Lurton prägt den Ferrière-Stil: Finesse, Mineralität, Frische. Sie wird auch Direktorin von Haut-Bages Libéral und Chasse-Spleen.
- 2015 Zertifizierung Biologischer Anbau. Ferrière ist einer der ersten Grand Crus Classés des Médoc, der diesen Schritt wagt.
- 2018 Doppelte biodynamische Zertifizierung Demeter und Biodyvin — einzigartig unter den Grand Crus Classés des Médoc. Eine Revolution in der Appellation.
- 2019 Einführung der TAVA-Amphoren (Ton bei 1200° gebrannt). 20 % der Produktion ohne Holz ausgebaut — natürliche Mikro-Oxidation, maximale Reinheit.

