Weine aus Spanien

Auch in Spanien hat die römische Besatzung verbreitet Reben angepflanzt und Weine hergestellt. Die Weine wurden in Amphoren nach Rom geschickt, um den hohen Weinbedarf der ewigen Stadt zu stillen. Aufzeichnungen besagen aber, dass diese Weine seinerzeit von deutlich schlechterer Qualität als die italienischen Erzeugnisse waren.

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Dieses Stigma hielt sich bis in die Fünfzigerjahre. Kooperativen produzierten mehrheitlich Massenweine von durchschnittlicher Qualität. In der von Dürre geprägten Landschaft war die künstliche Bewässerung bis 1995 verboten, was sich negativ auf die Erträge auswirkte. Aufgrund der hohen finanziellen Anforderungen für eine künstliche Bewässerung, sind auch heute noch sehr viele Weingebiete von extremer Trockenheit geprägt. Erst der Beitritt Spaniens zur Europäischen Union und der damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung lösten eine Qualitätsrevolution aus, die bis heute anhält.

Spanien besitzt mit über einer Million Hektar die grösste Rebbaufläche weltweit. Dies resultiert vor allem von der lockeren Pflanzdichte der Reben, damit diese genügend Wasser aus dem trockenen Boden ziehen können. Traditionell werden die Reben zu niedrigen Büschen erzogen doch mehr und mehr sind in flachen Gebieten auch Drahtrahmensysteme im Einsatz, welche die maschinelle Bearbeitung ermöglichen.

Spanien beheimatet einige sehr prominente Weinregionen, wovon Rioja, Priorat und Ribera del Duero die bekanntesten Vertreter sind.

Die Qualitätsbezeichnungen Spaniens sind relativ einfach gehalten, werden aber in kurzen Abständen aktualisiert. Fast die Hälfte der spanischen Rebfläche bringt Weine mit der Bezeichnung DO (Denominación de Origen) hervor. Die einfachsten Weine werden als Vino de España, oder IGP vermarktet. DOCa (Denominación de Origen Calificada) ist die höchste Kategorie im DO System und wurde bislang nur an die Region Rioja und das Priorat vergeben. Seit 2003 existiert zudem die Bezeichnung DO de Pago (Vino de Pago), welche im Gegensatz zu den restlichen Prädikaten nicht eine gesamte Region umfasst, sondern nur an einzelne Weinbetriebe vergeben wird. Um den DO de Pago Status zu erreichen, müssen Weine mindestens die Anforderungen eines DOCa Weins erfüllen, darüber hinaus dürfen nur eigene Trauben aus der Nähe des Weinguts verwendet werden.

Spannende Weine entstehen aber auch ausserhalb der klassifizierten Regionen. Yecla im Grossraum Valencia, La Mancha im Landesinneren und Somontano am Fusse der Pyrenäen sind gute Beispiele dafür. Spanien ist ausserdem bekannt für den aus der Region Andalusien stammenden Süsswein Xérès (Sherry).