Nach Jahren der Stagnation und des industriellen, nach Quantität ausgerichteten Weinbaus, findet auf der Insel seit dem Jahrtausendwechsel ein Umdenken statt. Die Produzenten besinnen sich mittlerweile wieder auf Ihr reiches Weinerbe und arbeiten mit teils wurzelechten, autochthonen Rebsorten wie Frappato, Nero d’Avola, Nerello Mascalese und Nerello Mantellato. Besonders die Region um den Ätna und im Südosten der Insel bestechen durch sehr interessante Weine. Die kargen, vulkanischen Böden sowie die kühlen Winde der teils sehr hohen Weinberglagen sorgen für elegante und finessenreiche Weine mit erfrischender Säurestruktur. Die Vulkanhänge, zusammen gefasst unter der DOC Etna Rosso, gelten in Fachkreisen bereits als italienisches Pendant zur Côte d’Or. Auch die Weissweine kommen erstaunlich frisch und säurebetont daher, was angesichts der Breitengrade verwunderlich sein mag. Die Entwicklung der Region ist noch immer in vollem Gange und noch lange nicht abgeschlossen. Sizilien besitzt ein enormes Potenzial um zu einer Referenz für süditalienischen Wein zu werden.