Die Geschichte von Pichon Longueville Baron verwurzelt sich im ausgehenden 17. Jahrhundert. Im Jahr 1689 kauft Pierre Desmezures de Rauzan — bereits Eigentümer in Margaux — Ländereien im Süden von Pauillac. Seine Tochter Thérèse erbt dieses Gut und heiratet Jacques de Pichon de Longueville. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts verfolgen die Weine von Pichon de Longueville die Qualität des benachbarten Latour auf den Fersen, und der Ruf des Guts nach Konstanz und Exzellenz etabliert es als eines der Aushängeschilder des Médoc.
Im Jahr 1850 teilt eine Erbschaft die Ländereien unter den Erben auf: Der Sohn, Baron Raoul de Pichon de Longueville, erhält einen Teil — das ist Pichon Longueville Baron —, während seine drei Schwestern die andere Hälfte erben, die zu Pichon Longueville Comtesse de Lalande wird. Unter Baron Raoul wird das prächtige neugotische Schloss mit seinen romantischen Türmchen errichtet, das seitdem die Route des Châteaux du Médoc dominiert. Fünf Jahre später erhält das Gut den Titel des 2. Grand Cru in der Kaiserlichen Klassifikation von 1855.
Nach mehreren Jahrzehnten unter der Familie Bouteiller erlebt das Château in den 1960er und 1970er Jahren eine schwierige Phase mangels ausreichender Investitionen. Die radikale Wende kommt 1987: Die Versicherungsgesellschaft AXA kauft das Weingut und investiert beträchtliche Mittel. Jean-Michel Cazes übernimmt die Leitung und initiiert eine Totalrenovierung — ultramodernes Barrique-Haus, neu gestalteter Gärkeller, replantierte Reben. Der Ruhm des Châteaus wird glänzend wiederhergestellt.
Seit 2000 leitet Christian Seely alle Weingüter von AXA Millésimes. Unterstützt von Jean-René Matignon (technischer Direktor) und Jacques Boissenot (Önologe-Berater), treibt er die Qualität auf bisher unerreichte Höhen. Die Parzellenvinifikation in thermoregulierten Behältern, der sorgfältige Ausbau mit 70 % Neubarriques und eine strenge Auslese der Trauben ermöglichen es dem Château, regelmässig mit den Premiers Grands Crus zu rivalisieren.
- 1689 Pierre Desmezures de Rauzan erwirbt Ländereien im Süden von Pauillac. Seine Tochter Thérèse heiratet Jacques de Pichon de Longueville — Geburt des Guts.
- 18. Jh. Die Weine von Pichon de Longueville rivalisieren mit Latour. Ruf nach Konstanz und Exzellenz fest verankert im Médoc.
- 1850 Erbteilung: Geburt von Pichon Longueville Baron (Sohn) und Pichon Longueville Comtesse (die drei Schwestern). Bau des neugotischen Schlosses mit romantischen Türmchen durch Baron Raoul.
- 1855 Einstufung als 2. Grand Cru Classé anlässlich der Weltausstellung in Paris unter Napoleon III. — einer der höchsten Ränge im Médoc.
- 1933 Übergabe des Weinguts. Die Familie Bouteiller verwaltet es 54 Jahre lang, zunächst qualitätsbewusst, dann folgt eine Phase mangelnder Investitionen.
- 1987 Kauf durch die Gruppe AXA Millésimes. Jean-Michel Cazes übernimmt die Leitung und initiiert eine Totalrenovierung: ultramodernes Barrique-Haus, Gärkeller, replantierter Weinberg.
- 1990er Spektakulärer Wiederaufstieg. Das Château erlangt seinen Rang als 2. Cru in vollem Sinne und wird zunehmend mit den Premiers Grands Crus verglichen.
- 2000 Christian Seely tritt die Nachfolge von Jean-Michel Cazes an. Mit Jean-René Matignon und Jacques Boissenot treibt er die Qualität auf historische Höhen.
- 2012 Einführung der Griffons de Pichon Baron (Zweitwein) und Les Tourelles de Longueville (Drittwein) — die Gamme wird neu organisiert, um die Exzellenz im Grand Vin zu konzentrieren.
- 2019–2021 Serie aussergewöhnlicher Jahrgänge (97–99 Pkt. Yves Beck), die den Platz von Pichon Baron unter den grössten Referenzen der Appellation Pauillac bestätigen.

