Die Geschichte von Château Giscours ist eine der längsten und reichsten des Médoc. Der erste Schriftnachweis von Giscours datiert auf 1330 — damals war es nur ein Wehrturm inmitten der wilden Natur von Labarde. 1552 kauft Pierre de Lhomme, ein reicher Bordelaiser Tuchhändler, das Adelshaus « Guyscoutz » und entscheidet sich, das Gut zu vergrössern und die allerersten Reben zu pflanzen. Ein fünf Jahrhunderte langer Weinbauabschnitt beginnt damit.
Im 19. Jahrhundert erlebt Giscours unter mehreren visionären Eigentümern eine spektakuläre Transformation. Der Industrielle Marc Promis saniert den Weinberg, dann verschafft der Finanzier Jean-Pierre Pescatore — ein leidenschaftlicher Ästhet — dem Château durch die Qualität seiner Weine weltweiten Ruhm. Édouard Cruse modernisiert das Gut und legt einen prächtigen Park mit seltenen Baumarten an. 1847 wird das Château in seinem heutigen neoklassischen Stil gebaut — ein imposantes Gebäude, das den Park und die Reben überragt. 1855 wird Giscours folgerichtig als 3. Grand Cru Classé anerkannt — eines der grössten Weingüter von Margaux.
1900 erscheint erstmals ein Symbol auf dem Etikett des Weins: die Sirene. Halb Frau, halb Fisch — geheimnisvoll und verführerisch — wird sie zum zeitlosen Emblem des Châteaus und gibt sogar dem Zweitwein, La Sirène de Giscours, ihren Namen. Die Familie Tari übernimmt nach dem Zweiten Weltkrieg das Steuer und bringt das Gut geduldig wieder auf den Stand einer Referenz von Margaux.
Der entscheidende Wendepunkt kommt 1995: Éric Albada-Jelgersma, perfektionistischer niederländischer Unternehmer, erwirbt Giscours und startet ein umfassendes Renovierungsprogramm. Die Umstrukturierung des Weinbergs, Modernisierung der Keller, strenge Parzellenauswahl und neue Vinifikationstechnologien geben dem Château seinen Rang als grosser Wein von Margaux zurück. Albada-Jelgersma ist auch Eigentümer von Château du Tertre. Heute führen seine Erben diese Linie mit gleichem Anspruch fort — jüngste Jahrgänge wie 2019, 2022 und 2024 erreichen regelmässig 94 Pkt. und mehr bei der internationalen Kritik.
- 1330 Erster Schriftnachweis von Giscours — ein Wehrturm inmitten der wilden Natur von Labarde. Eines der ältesten Güter des Médoc.
- 1552 Pierre de Lhomme, reicher Bordelaiser Tuchhändler, kauft das Adelshaus « Guyscoutz » und pflanzt die ersten Reben. Geburt des Weinbergs.
- XIXe s. Marc Promis, Jean-Pierre Pescatore und Édouard Cruse transformieren das Gut: sanierter Weinberg, prächtiger Park mit seltenen Bäumen, internationale Bekanntheit.
- 1847 Bau des neoklassischen Châteaus, wie wir es heute kennen. Imposantes Gebäude, das den Park und die Reben von Labarde überragt.
- 1855 Einstufung als 3. Grand Cru Classé anlässlich der Weltausstellung in Paris unter Napoleon III. — einer der grössten Crus der Appellation Margaux.
- 1900 Erscheinen der Sirene auf dem Weinetikett. Dieses mythologische Emblem wird zum zeitlosen Symbol des Châteaus und gibt dem Zweitwein seinen Namen.
- Après 1945 Die Familie Tari übernimmt das Gut nach dem Krieg und führt es geduldig wieder zu einer Referenz von Margaux über mehrere Jahrzehnte.
- 1995 Erwerb durch Éric Albada-Jelgersma (auch Eigentümer von Château du Tertre). Umfangreiches Restrukturierungsprogramm für Weinberg und Keller.
- 2000s Die Weine von Giscours finden ihren Glanz zurück. Modernisierung der Vinifikation, Parzellenauswahl, langsame Tanninextraktion.
- Aujourd'hui Die Erben von Albada-Jelgersma führen die Exzellenz fort. 2022: 94/100 Yves Beck. 2024: 94–95/100 Yves Beck. Das Gut bestätigt seinen Rang als grosser Margaux.

