Das Weingut du Tertre ist eines der ältesten Weinberge des Médoc. Seine Archive reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, und zahlreiche illustre Eigentümer haben ihre Spuren auf diesem Kieshügel hinterlassen, der die Ebene von Margaux beherrscht. Unter den berühmtesten heiratete Thomas de Montaigne — Bruder des Philosophen Michel — im 16. Jahrhundert Jacquette d'Arsac und wurde Herr des Gutes. Im 18. Jahrhundert war es die Familie Mitchell — Glasindustrielle —, die das Weingut in seiner heutigen Form aufbaute und das schöne Château um 1736 errichten liess.
1855, bei der Klassifikation von Napoleon III., erhält das Gut den Rang eines 5. Grand Cru Classé — eine Auszeichnung, die die Qualität eines einzigartigen Terroirs im Médoc bestätigt. Sein 52 Hektar grosser Einheitsweinberg, seit diesem Datum unverändert, ist der einzige Cru classé der Gemeinde Arsac. Doch Phylloxera, die Wirtschaftskrisen der 1930er Jahre und die beiden Weltkriege treffen das Gut schwer, das mehrere schwierige Jahrzehnte durchlebt.
Die Erneuerung beginnt 1961 mit der Familie Capbern-Gasqueton, Eigentümerin von Calon-Ségur, die das Gebäude renoviert und einige Hektar neu bepflanzt. Aber erst 1997 kauft Éric Albada-Jelgersma, niederländischer Geschäftsmann und bereits Eigentümer von Giscours, das Château und initiiert eine radikale Transformation: neuer Gärkeller, Umstrukturierung des Weinbergs, Umstieg auf Handlese, schrittweise Einführung der Biodynamie. Unter der Leitung von Alexander van Beek etabliert sich Château du Tertre als eine der sicheren Werte von Margaux — geradlinige, saftige und energische Weine mit einem schönen samtigen Charakter.
Im Januar 2021 wechselt das Gut erneut den Besitzer: Die Familie Helfrich, Eigentümerin der Grands Chais de France, übernimmt die Kontrolle für einen 25-jährigen Pachtvertrag. Die qualitative Renaissance geht mit unverminderten Ambitionen weiter: Bewertungen bis zu 93–94/100 auf den 2023er, ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das als bestes der Appellation gelobt wird, und ein biodynamisch bewirtschafteter Weinberg, der die Einzigartigkeit seines Terroirs mit immer grösserer Präzision ausdrückt. Das Château empfängt auch Gäste in fünf Zimmern, die vom Designer Axel Vervoordt dekoriert wurden — und macht du Tertre zu einem eigenständigen Reiseziel im Médoc.
- XIIe s. Erste Archive des Weinguts du Tertre. Jahrtausendealter Weinberg, dessen Herren u.a. Thomas de Montaigne — Bruder des Philosophen — im 16. Jahrhundert war.
- 1724–1749 Die Familie Mitchell schafft den Weinberg in seinen heutigen Grenzen. Bau des Châteaus um 1736 — das schöne Gebäude, das noch immer die Reben überragt.
- 1855 Einstufung als 5. Grand Cru Classé anlässlich der Weltausstellung in Paris unter Napoleon III. Weinberg seitdem unverändert.
- 1925 Erwerb durch den belgischen Händler Achille de Wilde. Das Gut verbleibt bis 1952 in seiner Familie, trotz der Schwierigkeiten der Zwischenkriegszeit.
- 1961 Erwerb durch die Familie Capbern-Gasqueton (Calon-Ségur). Renovierung des Châteaus und Neuanpflanzung eines Teils des Weinbergs. Beginn der Erneuerung.
- 1997 Éric Albada-Jelgersma, Eigentümer von Giscours, kauft das Château. Radikale Transformation: neuer Gärkeller, Handlese, schrittweise Biodynamie.
- 2000s Alexander van Beek übernimmt die Leitung. Das Château etabliert sich als sichere Wert in Margaux: geradlinige, saftige, energische und samtene Weine.
- 2010s Einführung der von Axel Vervoordt dekorierten Gästezimmer. Das Château wird zu einem unverzichtbaren Reiseziel des weinbaulichen und kulturellen Médoc.
- 2021 Erwerb durch die Familie Helfrich (Grands Chais de France) für einen 25-jährigen Pachtvertrag. Die qualitative Renaissance geht mit verstärkten Ambitionen weiter.
- 2023 Yves Beck vergibt 93–94/100 auf den 2023er — von Daniel Gazzar Vins beschrieben als « bestes Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Bordeaux-Primeurs ».

