Die Geschichte von Troplong Mondot beginnt im 17. Jahrhundert auf diesem Kalksteinhügel, der Saint-Émilion überragt und zunächst als Mondot bekannt ist. Das Anwesen gehört der Familie de Sèze — jener von Romain de Sèze, einem der Verteidiger König Ludwigs XVI. vor der Convention 1792. Im 19. Jahrhundert erwirbt Raymond Troplong — Jurist und Politiker, Präsident des Senats unter Napoleon III. — das Weingut, das seinen endgültigen Namen erhält, indem er seinen eigenen dem ursprünglichen Ortsnamen anfügt. Nach seinem Tod 1869 folgt ihm sein Neffe Édouard Troplong nach.
1934 erwirbt Alexandre Valette, Weinhändler in Paris, das Anwesen. Seine Nachkommen erben es nacheinander — Bernard, dann Claude — bis 1981, als Christine Valette-Pariente (1956–2014) das Steuer übernimmt. Mit Michel Rolland als Berater hievt Christine Troplong Mondot an die Spitze von Saint-Émilion: Der Jahrgang 1990 erhält 98/100 von Robert Parker. 2006, nach Jahren harter Arbeit, wird das Weingut bei der Revision des Jahrzehnt-Klassements zum Premier Grand Cru Classé B befördert.
Nach dem Tod von Christine Valette-Pariente 2014 sichert ihr Mann Xavier Pariente die Übergabe. Am 6. Juli 2017 verkauft die Familie das Weingut an die französische Rückversicherungsgruppe SCOR — die Transaktion schliesst die Gästezimmer und das gastronomische Restaurant ein. Aymeric de Gironde, ehemaliger Generaldirektor von Château Cos d'Estournel, übernimmt die Leitung mit klar formuliertem Ehrgeiz: Troplong Mondot zu einem der besten Grand Crus der Welt zu machen.
Die Transformation ist unmittelbar und tiefgreifend. Der Stil entwickelt sich: weniger Extraktion, Reduzierung des neuen Holzes (von 100% auf 55–60%), Einführung von Foudres, parzellengenauere Vinifikation in einem 2021 eingeweihten neuen Keller. Ab 2018 gewinnen die Weine an Frische, Präzision und Mineralität. Der 2022er besiegelt den Abschluss: 100/100 Robert Parker, 98/100 James Suckling, 98+ Vinous. Kein Troplong Mondot hatte jemals solche Gipfel erreicht.

