Château de la Tour ist ein renommiertes Weingut an der berühmten Côte-de-Nuits. Es wurde 1890 erbaut und liegt in der Appellation Clos-de-Vougeot. Das kleine Juwel ist umgeben von wohlklingenden, burgundischen Namen wie Chambolle-Musigny oder Les Échezeaux und verfügt über sechs Hektar Rebberge. Produziert werden lediglich zwei Weine: Der klassische «Clos Vougeot Château de la Tour» sowie der «Clos Vougeot Vieilles Vignes», eine Abfüllung die von den alten Reben des Clos stammt. Wohlverstanden, beide Weine werden aus Pinot Noir, der Vorzeigerebsorte des Burgunds gekeltert und auf dem Clos selbst vinifiziert und ausgebaut.
Schon die Mönche, die vor Jahrhunderten mit ihrer harten Arbeit die burgundische Landschaft geprägt haben, konnten vom aussergwöhnlichen Terroir profitieren und herrliche Weine geniessen. Seit 1986 produziert François Labet die Weine von Château de la Tour. Unterstützt wird er dabei von den drei renommierten Önologen und Winzern Guy Accard, Jean-Pierre Confuron und Sylvain Pataille.
Die Rebstöcke, die mittlerweile ein Durchschnittsalter von 40 bis 50 Jahren erreicht haben, wurzeln in einem bräunlichen Lehmboden, der mit unzähligen Kalksteinkieseln durchsetzt ist. Seit 1992 werden die Reben biologisch kultiviert: Die Trauben werden von Hand gelesen und in Weidenkörben transportiert. Danach wird streng sortiert aber nicht entrappt. Die Gärung erfolgt mit natürlichen Hefen aus dem Rebberg, statt Pumpsystemen wird lediglich die Schwerkraft genutzt. Ausgebaut wird der Wein während 18 Monaten in Eichenfässern, die zu 50% neu sind.
Die Weine von Château de la Tour sind international bekannt dafür, dass sie eine sehr vielfältige aromatische Palette entwickeln. Sie verbinden die Komplexität und Noblesse der Sorte Pinot Noir mit einer markanten Struktur. Brillant, intensiv Granatrot und mit violetten Reflexen leuchtet der Wein im Glas. In der Nase mit deutlichen Röstnoten, geräuchertem Speck, Gewürzen, dahinter dunklen Beeren, ein klassischer, rassiger Clos Vougeot. Im Gaumen wiederholen sich die Aromen von schwarzen Johannisbeeren, werden ergänzt durch Lorbeer und süssliche Gewürze. Körperreich und mit einer soliden Tanninstruktur ausgestattet, kann dieser Wein mindestens zehn Jahre gelagert werden... Und das lohnt sich, denn mit zunehmendem Alter rücken die würzigen und mentholhaltigen Noten etwas in den Hintergrund und werden durch Aromen von Unterholz und Pilzen komplettiert.
Der Weinführer von Bettane et Desseauve verleiht im Jahr 2020 die Note 4.5/5 und vergleicht die Weine von François Labet mit den grossen Weinen aus der Lage Richebourg. Sie gehören definitiv zu den besten Weinen der Côte-de-Nuits und passen sehr gut zu würzigem Fasan, Bresse-Huhn, einem guten Stück Parmesan oder sogar zu gebackenen Apfelringen mit Zimt.

