Margaux: Faszination der Feinheit

Die Appellation Margaux ist in aller Munde, hat sie doch im Jahr 2015 die wohl homogensten Qualitäten hervorgebracht. Doch nicht nur 2015 sondern in vielen anderen Jahren kommen die vielleicht elegantesten und feinsten Bordeaux-Weine aus der Appellation Margaux.

appellation margaux

 

Terroir und Stil.

Die Appellation Margaux ist mit rund 1100 Hektar Rebfläche die grösste Appellation des Médoc. Sie erstreckt sich über die fünf Gemeinden Margaux, Soussans, Arsac, Labarde und Cantenac. Margaux verfügt über stark kies- und kalkhaltige Böden mit eher geringen Mengen an Ton. Dieser hohe Kiesanteil ermöglicht einen ausserordentlich guten Wasserabzug (Drainage), was in feuchten, regnerischen Jahren ein Vorteil ist, in Hitzejahren aber auch schneller als in anderen Appellationen zu Trockenstress führen kann. Zudem reflektieren die Kieselsteine auch das Sonnenlicht, was die Weinberge kühler hält, die Wurzeln der Reben tendenziell tiefer in den Boden dringen lässt was wiederum die Aufnahme von Mineralien begünstigt. Trotzdem erwärmen sich die Böden von Margaux tendenziell schneller als in anderen Appellationen, was dazu führt, dass die Ernte in Margaux in aller Regel rund sieben bis zehn Tage früher als in anderen Appellationen des Médoc beginnen kann.

All diese Faktoren, der Wasserabfluss, die wärmeren, kiesel- und kalkhaltigen Böden sowie die tiefen, nach Mineralien suchenden Wurzeln verleihen Margaux-Weinen ihre so oft zugesprochene Eleganz. Margaux-Weine sind darum floral, weisen deutlich blumige Noten auf, die oft an Veilchen erinnern welche unter anderem auch in grossen, finessenreichen Barolo-Weinen gefunden werden. Die Weine bestechen selten über ihre Kraft sondern vielmehr über ihre Feinheit, die seidenen Tannine und ihre grossen Ausgewogenheit.

Rebsorten und Weingüter.

In der AOC Margaux sind die klassischen Bordelaiser Sorten Cabernet-Sauvignon, Cabernet Franc, Carmenère, Merlot, Malbec sowie Petit Verdot zugelassen wobei der maximale Ertrag auf 40 hl pro Hektar limitiert ist. Der einzige Weisswein der eine Bedeutung erlangt hat, ist der als Bordeaux AOC verkaufte Pavillon Blanc von Château Margaux.

Aufgrund der beachtlichen Grösse der Appellation befinden sich nicht weniger als 21 als Grand Cru Classé eingestufte Weingüter in Margaux.

An der Spitze das renommierte Château Margaux, 1er Grand Cru Classé und mit 99 Hektar Rebfläche eines der grössten Weingüter der Appellation.

château margaux

Als Deuxième Grand Cru Classé wurden 1855 fünf Schlösser eingestuft: Château Brane-Cantenac, Château Durfort-Vivens, Château Lascombes, Château Rauzan-Ségla sowie Château Rauzan-Gassies.

Ganze zehn Margaux-Weingüter sind Troisième Grand Cru Classé sind Château Boyd-Cantenac, Château Cantenac-Brown, Château Desmirail, Château Ferrière, Château Giscours, Château Kirwan, Château Malescot Saint-Exupéry, Château Marquis d’Alesme, das prächtige Château d’Issan sowie das inoffiziell als zweites 1er oder zumindest führendes 2eme Grand Cru Classé gehandelte Château Palmer.

Auf den letzten beiden Klassifizierungs-Stufen befinden sich die drei Quatrième Grand Cru Classé Château Marquis de Terme, Château Pouget und Château Prieuré-Lichine resp. die zwei Cinquièmes Grand Cru Classé Château Dauzac und das seit dem Jahrgang 2000 wieder stark im Aufstieg befindende Château du Tertre.

Daneben befinden sich vielzählige sehr gute Crus Bourgeois wie beispielsweise Château Angludet, Château Monbrison, Château Labegorce, Château Siran sowie viele Crus Artisans auf dem Gemeindegebiet von Margaux.

monbrison

Fazit und eine Einladung.

Margaux ist also ein wahres Paradies, um unterschiedlichste Weine mit vielen subtilen Nuancen und Finessen sowie einer bestechenden Eleganz entdecken zu können. Statt an dieser Stelle meine eigenen Loblieder auf bestimmte Magaux-Weine zu singen, lade ich den geneigten Leser dazu ein, sich selber ein Bild von Margaux zu malen. Noblesse und Finesse beginnen preislich bereits bei unter 35 Franken, z.B. mit dem wunderbaren, bereits zugänglichen Château Monbrison 2015.